Frantz Wittkamp

Portrait:


Frantz Wittkamp ist ein Lyriker, der Erwachsene und Kinder gleichermaßen entzückt. Er zeigt uns in seinen Gedichten, wie die Bilder unseres Alltags schon im Klang der Sprache enthalten sind. Er fasst für uns jene Gefühle und Erfahrungen in Worte, die wir schon immer empfunden und erlebt haben, über die wir aber nie zu sprechen vermochten. Er spielt mit den Worten, ihrem Klang und den Pointen. Kein Gedicht, das nicht jeder verstehen könnte, und dennoch enthält mancher Vierzeiler brunnentiefe Bedeutung. Wittkamps Gedichte geben einem den Glauben an die Poesie zurück, sein Humor ist so klug, dass man auch beim zehnten Lesen über einen Reim noch so lacht wie beim ersten Mal. Vor allem jedoch sind seine Texte mit Lebenserfahrung getränkt, und zwar so kunstvoll, dass auch ein Grundschüler über ihre Kompetenz zu staunen vermag.

Thomas Linden, Journalist und Autor 

Biografie:


Frantz Wittkamp, geboren 1943 in Wittenberg, ist ein freischaffender Autor, Maler und Grafiker. Nach seinem Abitur studierte er Kunsterziehung und Biologie. Für seine Gedichte wurde er 1991 mit dem Förderpreis des Literaturpreises Ruhr und 1995 mit dem Österreichischen Staatspreis für Kinderlyrik ausgezeichnet. 2001 wurde seine CD »Du bist da und ich bin hier« zum Kinder- und Jugendhörbuch des Jahres ernannt. Heute lebt Frantz Wittkamp in Lüdinghausen, wo er gemeinsam mit seiner Frau auch eine Kunstgalerie führt.


 

 

Eine kleine Auswahl seiner Werke:


2011 »alphabetbuch«, Gedichte, Alphabeet, Lüdinghausen //

2009 »Mein großes Glück bist du«, Gedichte, Coppenrath, Münster //

2008 »Einnachten, Zweinachten. Fröhliche Weihnachten!«, Gedichte, Coppenrath, Münster //

 2008 »Am liebsten mag ich dich!«, Gedichte, Coppenrath, Münster //

2007 »Du bist da und ich bin hier!«, Audio CD, Gedichte und Geschichten,  Hörcompany, Rabel //

2004 »Gute Nacht oder Der lange Weg ins Bett«, mit Illustrationen v. Jenny Brosinski, Bilderbuch, Atlantis, Zürich

 

 

Leseproben (Auszug aus "tage und gedichte"): 

  

9. Januar

Mein Vater sorgt für Brot und Butter.

Für Marmelade meine Mutter.

Für Hund und Katze sorge ich.

Und wer sorgt, bitte schön, für mich?

 

20. Januar

Es ist nicht immer leicht für mich.

Du bist genau so schlau wie ich.

Erschwerend kommt vielleicht hinzu:

Ich bin genau so schlau wie du.

 

12. Februar

Lachen klettert aus dem Bauch.

Aus dem Herzen kommt es auch.

Lachen bricht das dickste Eis.

Und es macht die Zähne weiß.

 

14. Februar

Es weht ein Wind auf hoher See.

Mein Schiff bringt mich zu dir.

Leicht ist mein Schiff und weiß wie Schnee.

Mein Schiff ist aus Papier.

 

6. März

Wir dachten uns, an diesem Ort

begraben wir den schönen Traum.

Es wächst vielleicht schon morgen dort

ein riesengroßer grüner Baum.

 

18. März

Todesangst durchlitt der Hirte,

als er sich im Wald verirrte.

Bis er seinen Retter traf.

Das war ich, das kleine Schaf.

 

5. April

Die ganze Welt ist aus dem Lot.

Seit gestern ist mein Hündchen tot.

Es musste immer bei mir sein.

Jetzt bin ich überall allein.

 

8. April

Auf der Erde neben mir

sitzt das große schwarze Tier.

Manchmal leckt es meine Wange,

denn wir kennen uns schon lange.

 

24. April

Auf einmal fiel ich aus dem Nest.

Ich fiel und fiel und stellte fest,

das hatten alle mir verschwiegen,

ich stellte fest, ich konnte fliegen.

 

23. Juli

Wir planen unser ganzes Leben,

zuerst kommt dies und dann kommt das.

Und was wir planen, geht daneben.

Nur auf den Zufall ist Verlass.

 

13. Oktober

Er war der dümmste Hund der Welt,

das wusste er genau.

Doch manchmal hat er sich verstellt,

dann war er richtig schlau.

 

1. Dezember

Ich kenne gefährliche Tiere,

am schlimmsten erscheint mir der Drachen.

Doch wenn ich ihn fotografiere,

dann fängt er sofort an zu lachen.

 

Unsere Programmhinweise im PDF-Download

Veranstaltungsprogramm IV 2017.pdf
Adobe Acrobat Dokument 727.2 KB

 

 

Newsletter bestellen:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.